Baukredite ohne nötiges Eigenkapital?
Verbraucherschützer warnen!
Baukredite ohne Eigenkapital abzuschließen, davor warnen nach der Krise am US-Immobilienmarkt um so
mehr. Die künftigen Immobilienbesitzer lassen sich zu oft von der vollmundigen Werbung der Kreditanbieter täuschen
und ignorieren gerne das Kreditrisiko.
Auf Argumentationen wie, anstelle der bisherigen monatlichen Miete einfach das Geld auf einen
Baufinanzierungsvertrag einzuzahlen und so ohne Mühe die Mietwohnung gegen ein Eigenheim zu tauschen, blenden
viele. Plötzlich scheint es ein Kinderspiel zu sein, eine Eigentumswohnung oder das Häuschen im Grünen zu
finanzieren.
Daß die Kreditzinsen und die Tilgungsrate sehr schnell zur großen finanziellen Belastung werden und auf Dauer oft nicht
bezahlt werden können, daran denken viele Verbraucher nicht. Werden dann auch noch großzügige Nachfinanzierungen
in Aussicht gestellt, werden bei vielen die letzten Bedenken über Bord geworfen.
Mancher Kreditvermittler wendet zudem noch unseriöse Machenschaften an, um einen Baukredit-Vertrag abschließen zu können. Dazu wurde von einem Verbraucherschutzexperte ein
Fall genannt, wo eine Vermittlungsgesellschaft einem Ehepaar trotz dessen Bedenken ein Musterhaus gegen eine
monatliche Ratenzahlung in Höhe von 560 Euro verkauft habe.
Für den Fall, dass das Geld nicht reiche, sei eine problemlose Nachfinanzierung in Aussicht gestellt worden.
Zudem habe die Firma den Bauherren 8000 Euro überwiesen, damit sie der kreditgebenden Bank Eigenkapital nachweisen
konnten. Das Geld sollte zwei Wochen später zurückgezahlt werden.
Als das Eigenheim fast fertig gestellt war, hätten jedoch noch 15.000 Euro gefehlt um Handwerkerrechnungen zu
zahlen. Die Bank jedoch hat jedoch eine Nachfinanzierung strikt abgelehnt und so konnte das Haus nicht
fertiggestellt werden. Zudem war die Ratenzahlung plötzlich viel höher als ursprünglich versprochen.
Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de
Finanz - Journal 03.01.08
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